Domain-Driven Design (DDD)

DDD ist ein Denkmodell, um komplexe fachliche Domänen zu verstehen, zu strukturieren und tragfähige Softwarearchitekturen darauf aufzubauen.

Richtig eingesetzt hilft DDD, bessere Architekturentscheidungen zu treffen. Falsch eingesetzt wird es schnell zur akademischen Übung.

Wann Domain-Driven Design relevant ist

DDD entfaltet seinen Nutzen vor allem dort, wo Komplexität nicht rein technisch lösbar ist.

Typische Situationen:

  • Fachliche Logik dominiert die Architektur
  • Begriffe werden unterschiedlich verstanden
  • Systeme wachsen, verlieren aber fachliche Struktur
  • Architekturentscheidungen sind schwer vermittelbar
  • Business und Technik arbeiten nebeneinander statt miteinander

DDD ist kein Allheilmittel, aber ein sehr wirksames Werkzeug, wenn die Domäne im Zentrum steht.

Was Domain-Driven Design leistet und was nicht

DDD leistet:

  • Gemeinsames Verständnis von Fachlichkeit
  • Klare Abgrenzung von Verantwortung
  • Strukturierung komplexer Domänen
  • Fundierte Grundlage für Architekturentscheidungen

DDD leistet nicht:

  • Automatisch «gute Architektur»
  • Weniger Komplexität per se
  • Eine einfache Blaupause für Systeme

DDD macht Komplexität sichtbar, nimmt sie jedoch nicht weg.

Zentrale Gedanken hinter DDD

Im Kern geht es bei Domain-Driven Design um einige wenige, aber wirkungsvolle Prinzipien:

  • Fachlichkeit vor Technik
  • Explizite Modelle statt impliziter Annahmen
  • Klare Grenzen (Bounded Contexts)
  • Eine gemeinsame Sprache (Ubiquitous Language)

Diese Konzepte sind keine Theorie, sie beeinflussen unmittelbar Architektur, Code und Zusammenarbeit.

DDD im Kontext moderner Softwarearchitektur

DDD wirkt nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel mit anderen architektonischen Entscheidungen.

Insbesondere relevant ist DDD im Zusammenhang mit:

  • verteilten Systemen
  • service-orientierten Architekturen
  • langfristig gewachsenen Systemlandschaften
  • organisatorischen Strukturen und Teamzuschnitten

Viele Architekturprobleme entstehen nicht durch Technologie, sondern durch unklare fachliche Grenzen.

Typische Fehlannahmen über DDD

In der Praxis begegnen mir häufig folgende Annahmen:

  • «DDD ist nur etwas für Microservices.»
  • «DDD ist zu theoretisch für den Alltag.»
  • «Wir brauchen erst perfekte Modelle.»
  • «DDD bedeutet automatisch Event Sourcing.»

Diese Sichtweisen greifen zu kurz. DDD ist kontextabhängig und lässt sich sehr unterschiedlich ausprägen.

Weiterführende Schritte

Je nach Fragestellung kann Domain-Driven Design sinnvoll vertieft werden durch:

Wenn Sie DDD nicht nur verstehen, sondern wirksam einsetzen möchten, lohnt sich eine kontextbezogene Betrachtung.

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